Stumpfe Gewalteinwirkung

Ursachen für Verstauchungen

Verstauchungen: Ursachen

Bei Verstauchungen handelt es sich um stumpfe Verletzungen, die in Alltag und Sport besonders häufig auftreten. In der medizinischen Fachsprache werden sie als „Distorsion“ bezeichnet. Oft reicht schon ein ungeschicktes Stolpern über den Bordstein oder ein falscher Tritt beim Sport aus, um eine Verstauchung und die damit verbundenen Beschwerden hervorzurufen. Dabei kommt es zu einer Überdehnung bzw. Verletzung von Gelenkstrukturen.

Was ist ein Gelenk?

Gelenke sind die bewegliche Verbindungsstelle zwischen zwei oder mehreren Knochen. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass wir uns bewegen können. Echte Gelenke, zu denen z. B. das Sprunggelenk, das Kniegelenk oder das Handgelenk zählen, weisen die folgenden Strukturmerkmale auf:

  • Passgenaue Gelenkoberflächen, die mit Gelenkknorpel überzogen sind
  • Kapsel-Band-Apparat (Gelenkkapsel mit dazugehörigen Bändern)
  • Gelenkspalt mit Gelenkflüssigkeit („echtes“ Gelenk)
  • Zusätzliche Hilfsstrukturen (z.B. Schleimbeutel)
  • Zugehörige Muskulatur

Was ist eine Verstauchung?

  • Überdehnung von Gelenksstrukturen
  • Medizinischer Fachbegriff: Distorsion
  • Ursache: Gewaltsame Überdehnung des Gelenks
  • Symptome: Schmerzen, Gelenkschwellung, Bluterguss
  • Häufig betroffen: Sprunggelenk, Knie, Handgelenk, Finger/Zehen

Überdehnung der Gelenkstrukturen

Zu einer Verstauchung kommt es, wenn die natürliche Gelenkbeweglichkeit überschritten wird und dabei eine Überdehnung der Gelenkstrukturen erfolgt. Dabei werden Verletzungen der Bänder oder der Gelenkkapsel verursacht. Auch feine Fasereinrisse am Kapsel-Band-Apparat können die Folge sein, wenn z. B. Sprung- oder Fingergelenke umgeknickt oder verdreht werden. Infolge der Verletzung kann es zu schmerzhaften Schwellungen kommen und es kann sich ein Bluterguss entwickeln.

In Abhängigkeit davon, wie stark die Gelenkbänder beschädigt wurden, werden folgende Schweregrade einer Verstauchung unterschieden:

Schweregrad Kennzeichen
Grad 1 Leichte Verstauchung
Die Bandstrukturen sind überdehnt, aber nicht gerissen. Die Gelenkfunktion ist nicht beeinträchtigt und es bleibt kein dauerhafter Schaden zurück. Nur selten bildet sich ein Bluterguss.
Grad 2 Mittelschwere Verstauchung
Die Gelenkbänder sind stark überdehnt, es bestehen möglicherweise auch Teilrisse. Häufig bildet sich ein Bluterguss. Ohne Behandlung kann das Gelenk dauerhaft instabil bleiben.
Grad 3 Schwere Verstauchung
Eines oder mehrere Bänder sind komplett gerissen. Starke Schmerzen sind typisch und in der Regel bildet sich ein auffälliger Bluterguss. In bestimmten Fällen ist ein operativer Eingriff erforderlich.

Verstauchungen zählen zu den häufigsten Alltagsverletzungen. Sie können überall passieren – sei es im Haushalt, beim Weg zur Arbeit oder bei der Gartenarbeit. Da das Verletzungsrisiko beim Sport besonders hoch ist, sollten die entsprechenden Maßnahmen zur Vorbeugung beherzigt werden.

Verstauchung –wann zum Arzt?

  • Bei schweren Verstauchungen bzw. starker Krafteinwirkung
  • Bei ausgeprägten Schmerzen, Schwellungen, Blutergüssen
  • Bei eingeschränkter Beweglichkeit oder wenn das Gelenk nicht belastet werden kann
  • Wenn Begleitverletzungen nicht ausgeschlossen werden können

Tipps bei Verstauchungen

Pause einlegen
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Pause einlegen

So lautet die erste Regel bei einer Verstauchung. Denn wer das betroffene Gelenk den betroffenen Körperteil weiter belastet, macht alles nur noch schlimmer – unter Umständen kann dann ein gedehntes Band sogar doch noch reißen. Konkret heißt das: Unterbrechen Sie Ihre Tätigkeit und stellen Sie das Gelenk ruhig. Auch in den ersten Tagen nach der Verletzung sollten Sie es langsam angehen lassen. Erst wenn die Schmerzen abgeklungen sind, sollten Sie sich langsam wieder an Bewegung wagen.

Eis auflegen
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Eis auflegen

Die zweite Regel nach einer Verletzung lautet: Eis auflegen und die betroffene Körperstelle kühlen – und zwar sofort! Denn durch das Kühlen kann verhindert werden, dass sich der Gewebeschaden weiter ausdehnt. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um ein Anschwellen zu vermeiden und Schmerzen entgegenzuwirken. Wichtig: Egal, ob Sie einen Plastikbeutel mit zerstoßenem Eis oder eine Kältepackung aus der Apotheke verwenden – schützen Sie die Haut vor Erfrierungen, indem Sie ein Tuch dazwischen legen. Außerdem immer nur kurz, aber dafür häufig kühlen. Als Faustregel gilt: Zehn Minuten kühlen, dann zehn Minuten Pause einlegen.

Kompression & Hochlagern
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Kompression & Hochlagern

Als weitere Sofortmaßnahme bei Verletzungen empfiehlt es sich, einen Kompressionsverband anzulegen und den betroffenen Körperteil hochzulagern. Das verringert Einblutungen ins Gewebe und kann so Schwellungen reduzieren. Ausgetretene Flüssigkeit kann so über die Lymphbahnen leichter wieder aufgenommen und abtransportiert werden.

Gut zu wissen:Gut zu wissen:

Der betroffene Körperteil sollte stets über Herzhöhe gelagert werden.

Langsam wieder in Bewegung kommen
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Langsam wieder in Bewegung kommen

Vieles spricht dafür, nach einer Verstauchung so früh wie möglich mit angepasster Bewegung zu beginnen und den Fuß nicht allzu lange ruhigzustellen. Wichtig dabei: Lassen Sie es langsam angehen! Wählen Sie zum Einstieg beispielsweise gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Walken. Steigern Sie die Dauer und die Intensität Ihres Trainings nur allmählich und hören Sie sofort auf, wenn das Gelenk schmerzt. Achten Sie zudem darauf, regelmäßig einen Tag zu pausieren, damit die Gelenkstrukturen sich regenerieren können.

Tipp: Wenn sich Ihr Gelenk noch instabil anfühlt, kann es gerade zu Beginn hilfreich sein, beim Sport eine spezielle Bandage zu tragen, um einer erneuten Verletzung vorzubeugen. Auf lange Sicht können zudem stabilisierende und kräftigende Übungen (z. B. auf einem Balancebrett) weiteren Problemen vorbeugen.

Verstauchung: Wann zum Arzt?
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Verstauchung: Wann zum Arzt?

Leichte Verstauchungen lassen sich in der Regel gut mit schmerzlindernden Maßnahmen selbst behandeln. In einigen Situationen ist jedoch ein Arztbesuch ratsam: Das ist z. B. bei schweren Verstauchungen infolge einer starken Krafteinwirkung sowie bei ausgeprägten Schmerzen, Schwellungen und Blutergüssen der Fall. Auch wenn die Beweglichkeit oder Belastbarkeit des betroffenen Gelenks Körperteils beeinträchtigt ist, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Denn dann könnte es beispielsweise sein, dass ein Band überdehnt, angerissen oder gar gerissen ist.

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